Von Feen und Feenpfötchen am Felswäldchen.

     Netsrik und Éner lauten die Namen der Oberfeen in unserem kleinen Reich.

     Die Namen der wichtigsten Unterführer sind Elèchim und Slin, ihre unmittelbaren

     Nachfahren. Während Netsrik in der Siedlung Eiweiler zu Heusweiler aufwuchs,

     führte es Èner aus fernen Landen ins Reich an der Saar. Geboren im Chattenland des

     Habichtwaldes, zog er als junger Krieger mit den Heeren durch die Weiten

     Germaniens und andere Teile der bekannten Welt.

     Anno Domini 1985 trafen die beiden einander und  beschlossen,

     fortan gemeinsame Wege zu beschreiten.

 

     Im Jahre 1994 suchten  sie schließlich nach neuen Abenteuern, und der Weg wies in

     Richtung des waldreichen Grenzgebietes zwischen Rheinfranken und Moselfranken.

     Das Felswäldchen, in dessen Nähe sie heute leben, befindet sich im Norden des

     Saarlandes, am westlichen Rande des Tores zum Hochwald.

  

     Seit seiner Geburt wurde Éner stets durch hochgewachsene Hunde unterschiedlicher

     Rassen begleitet. Seine Eltern legten viel Wert auf guten Kontakt zu Tieren. Der

     Umgang mit zahmen Tieren aller Arten prägte ihn ebenso wie die Vielfalt des

     Wildbestandes seiner ländlichen Heimat. Netsrik  hingegen übte sich schon in  jungen

     Jahren im Pflegen von Katzen, Wellensittichen und Meerschweinchen, begegnete

     größeren Hunden  jedoch  stets  mit Respekt.

 

     Weil nun beide Spaß an der Gesellschaft der Tiere hatten, nahmen sie im Sommer

     1987 den jungen Afghanenrüden Shenaz - Sani bei sich auf, eine Rasse, die Éner  durch

     sein Elternhaus wohlbekannt war. Hielt man dort doch schon seit Jahren diese

     lauffreudigen und langhaarigen Windhunde und züchte sie später unter dem

     Namen  "az - Tarnak" .  Netsrik  lernte ehrgeizig den Umgang mit deren Art, und so

     folgten alsbald auch die Rüden Haschum und Aranib-Said. Diese drei stolzen Rüden

     begleiteten und  beschützten die  junge Familie über viele Jahre. Ihr Tod im hohen Alter

     war ihnen ein schwerer Verlust.

 

     Trost fanden Eltern und  Kinder bei den vielen anderen Mitbewohnern in ihrer Kate

     und den vielen Wildvögeln und anderen Wildtieren ringsrum. Die Fische in den

     Aquarien erfreuten sie ebenso wie Agapornieden, Kanarien und Goldamadine

     in den großen Vogelbauern.

 

     Eines Tages überraschten Großmutter Nurdieh, Großvater Sualk und Urgroßmutter

     Eterg aus dem fernen Chattenland  die  junge Elèchim mit einem kleinem Kaninchen

     und einem Meerschweinchen. Eine neue Liebe ward geboren, die, nach und nach

     ausgeweitet, die Familie seither immer mehr einnahm. Insbesondere Netsrik nahm

     sich dieser neuen Mitbewohner an, vertiefte ihr Wissen über jene Tierchen und

     erweiterte deren  Bestand allmählich.

 

     Um die Jahrtausendwende führte das Schicksal schließlich eine verstoßene

     Hauskätzin in die Familie. Das arme Tier, das nach eigenen Bekundungen Tigger

     heißt, wurde liebevoll aufgenommen und versorgt. Die eigensinnige Tigger verstand

     es, sich mit dem seinerzeit noch lebenden, Afghanen ebenso zu arrangieren wie mit

     den anderen Sippenmitgliedern. Jeder ließ den anderen in Ruhe leben.

     Mit Tiggers Einzug wurde eine unausgesproche Grenze überwunden. Eine Katze

     sollte nicht alleine leben. Netsriks heimlicher Wunsch nach einer Birma, der heiligen

     Katze aus Burma, wurde ebenso erfüllt, wie Èners Interesse für eine großwüchsige

     Felidae der Rasse Maine Coon.

 

     Elèchim ihrerseits hatte inzwischen auch ihre Leidenschaft für Hunde nicht vergessen.

     Noch zu Lebzeiten des Rüden Said führte sie den jungen Chihuahuarüden Lucky im

     Hause ein. Manch einer konnte kaum glauben, dass ein Wesen, das derart winzig ist,

     der Gattung der Canidae zuzuordnen sei.

     Der alte Aranib -Said  ignorierte den jungen Wilden und suchte nur seine

     verdiente Ruhe. Und so begab es sich, dass der agile Chihuahua sich fortan mit den

     jüngeren Katzen umtrieb. Eine Freundschaft, die bis zum heutigen Tage andauert.

 

     Mensch und Tier, aber auch die verschiedenen Tierarten untereinander, führen am

     Felswäldchen ein Leben in Eintracht. Wer es nicht glaubt, ist zum Betrachten

gerne eingeladen!